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Mailand Oktober 2022
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Nachdem unser diesjähriger
Sommerurlaub krankheitsbedingt quasi ausgefallen war, haben wir
uns umso mehr auf die Herbstferien gefreut: Es ging in die
zweitgrößte Stadt Italiens, nach Mailand.
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Mailand
+20
°
C
max.:+21
min.:+17
Regen
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Auf dem Weg dorthin wurde einmal Station in der
Schweiz gemacht: Camping Sursee ist ein weitgehend offenes Wiesengelände, am Waldrand und in der Nähe des gleichnamigen Sees gelegen, nicht weit von der Autobahn. Neben der liebevollen Ausstattung lebt der Platz von Freundlichkeit und Witz der Inhaber und ist außerdem ein idealer Transitplatz auf der Reise in den Süden. Kleiner Nachteil ist der bei nassem Wetter sehr weiche Boden. |
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In Mailand
dann erwartete uns bei strahlendem Herbstwetter Camping Village Città di Milano mit
freundlichem Empfang in zunächst wenig einladendem Entrée, entpuppte
sich dann aber als recht angenehm mit Schatten durch hohen
Baumbestand und modernen, sauberen Sanitärs. Es gibt ein Bistro mit angeschlossenem kleinem Laden wo das Nötigste bereit gehalten wird, auch frisches Brot. Die dort angebotenen Croissants gehören zu den leckersten, die wir je hatten. Für alle weitergehende Bedürfnisse gibt es in fußläufiger Entfernung einen kleinen Coop-Supermarkt. In einem Gehege am Rande des Platzes wird eine Enten- und Gänseherde gehalten, die manchmal freigelassen wird und dann das Gelände bevölkert, allerdings ohne je die Gäste zu stören. Attraktion war der mit den Gänsen lebende große Ara-Papagei, der sich ab und zu auf Erkundungstour begab und dann vom Personal wieder eingefangen werden musste. |
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Gleich am ersten Tag haben wir uns auf eine kleine
Tour in Richtung Stadtzentrum begeben, um Bus und Bahn sowie die
Wege für die nächsten Tage zu erkunden und ein wenig das Treiben auf
der großen Piazza vorm Dom zu genießen. In der Galleria Vittorio Emanuele II, der über 150 Jahre alten prächtigen Einkaufspassage, wurden die erlesenen Auslagen von Gucci, Dior, Chanel, Tiffany's und anderen bestaunt. Prada hat hier 1913 seine erste Boutique eröffnet. |
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Der zweite Tag stand nach einem ausgiebigen Frühstück
dann ganz im Zeichen des Domes. Der Mailänder Dom (eigentlich: Basilica cattedrale metropolitana di Santa Maria Nascente) ist eine der größten Kirchen der Welt. Baubeginn war 1386, die Fassade wurde erst im 19. Jahrhundert fertig gestellt. Die Orgel im Hauptschiff ist mit 15800 Pfeifen die größte Kirchenorgel Italiens. Als Reliquie und große Besonderheit wird in der Gewölbespitze im oberen Teil der Apsis ein angeblicher Nagel vom Kreuz Christi verwahrt, der alljährlich im September in einer aufwändigen Zeremonie herunter geholt und im Rahmen des Nagelfestes für 3 Tage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Für die Besucher des Doms ist der Aufbewahrungsort mit einem roten Licht in der Apsis gekennzeichnet. Weitere Besonderheit ist das für Besucher zugängliche Dach des Domes, mit ca. 8000 qm eine der größten öffentlich zugänglichen Dachterrassen der Welt. Ebenso spektakulär wie das Dach selbst sind die Ausblicke, die man von dort genießt. |
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Tags darauf stand der Besuch des Dom-Museums auf dem Programm. Wer den Dom
besichtigt hat, kann hier in dessen Geschichte eintauchen und nebst
weiteren Kunstschätzen wertvolle Wandteppiche, Türmchen und
Skulpturen bewundern, die früher den Dom geschmückt haben. Im Preis
inbegriffen ist der Besuch der Chiesa di San Gottardo in Corte, die
wertvolle Fresken bereit hält. Vom Dom-Museum aus ging es einmal längs durch die Galleria Vittorio Emanuele II; an deren Ausgang gegenüber dem Opernhaus der Scala gleich links findet man das Museo Leonardo3, das vollständig dem technischen Oevre des großen Leonardo da Vinci gewidmet ist. Alle Apparaturen und Erfindungen wurden aufgrund seiner Zeichnungen rekonstruiert und nach neuesten Erkenntnissen nachgebaut; etliche sind in Funktion zu sehen, einige sind interaktiv bedienbar. Eine extrem interessante Ausstellung, die einiges über die Vielseitigkeit dieses Genies vermittelt. |
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An unserem vierten Tag sind wir vom Dom aus zum Castello Sforzesco gelaufen, einem mächtigen,
zinnengekrönten Kastell aus dem 15. Jahrhundert mitten in der Stadt.
Hier sind verschiedene, sehr interessante Museen untergebracht, unter anderem zu Michelangelo, Fotografie, Musikinstrumenten und vielem mehr. Wir haben es allerdings beim Durchqueren der Kastell-Höfe belassen, um anschließend nach einem Spaziergang durch Mailands größten Park, den Parco Sempione zum Friedenstor zu gelangen. Von dort in einer weiteren Viertelstunde Fußweg erreicht man die Mailänder Chinatown, wo wir uns ein wenig haben treiben lassen, bevor wir dann in der Bar Amico an der Via Paolo Sarpi ein leckeres, weil sehr, sehr scharfes Abendessen nach Szechuan-Art hatten. |
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In Mailand existiert ein preisgekröntes
Gebäude-Ensemble, genannt "Bosco verticale". Ein Ausflug zu einem
Wochenmarkt in einem der moderneren Viertel der Stadt hat uns
dorthin geführt. Bosco
verticale sind 2 Hochhaus-Türme mit durch Bäume begrünten
Fassaden und einem ausgeklügelten Versorgungskonzept für die Bäume.
Das Projekt wurde mehrfach preisgekrönt und hat weltweit Anklang
gefunden; der Architekt wurde mit dem Bau von über 100 solcher
Häuser in China beauftragt. Auf dem riesigen Wochenmarkt gab es dann viel zu sehen; wir haben uns mit ein wenig Kleidung und Lebensmitteln fürs Abendessen eingedeckt. Die Rückfahrt in der katastrophal überfüllten Metro war ein echtes Abenteuer. Kurz darauf wussten wir warum (und konnten uns die vielen schwarz-rot gestreiften Kleidungsstücke erklären): Wir mussten beim San-Siro Stadion umsteigen, wo kurz darauf AC Milan gegen Juventus Turin angepfiffen wurde; die Menschenmassen in der Metro waren alles Schlachtenbummler! |
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In der Nacht zum Sonntag hatte es heftig zu regnen
angefangen, so dass man sich nicht wirklich im Freien aufhalten
konnte. Also haben wir beschlossen, den Tag entspannt anzugehen und
kurzerhand Tickets gebucht für einen Besuch im Museum der Scala, des berühmtesten Opernhauses der Welt.
Da wir vom Dom aus nur die Galleria Vittorio Emanuele II durchqueren
mussten, um dorthin zu kommen, blieben wir weitgehend trockenen
Fußes, abgesehen vom Warten an der Bushaltestelle. Das Museo Teatrale alla Scala bietet neben Skulpturen und Gemälden von Musikern auch Partituren, Manuskripte und historische Musikinstrumente. Außerdem sind außerhalb der Aufführungszeiten einige Logen in der dritten Etage zugänglich, von denen aus man einen Blick in das Theater werfen kann. Wir hatten das Glück einem Violinisten bei der Probe lauschen zu dürfen. Ein Eldorado für Opernfreunde und Liebhaber klassischer Musik! Anschließend haben wir uns in der Betriebsamkeit der Galleria ein wenig ziellos treiben lassen, bis es schließlich im Schatten des Domes bei Motta ein spätes Mittagessen gab. |
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Am letzten Tag vor der Heimfahrt sind
wir Milano untreu geworden und haben einen Ausflug in Richtung
Schweizer Grenze ins ca. 45 Kilometer entfernte Como am Comer See unternommen. Hier sind wir
ohne großes Programm am See spazieren gegangen und haben den Dom,
die Cattedrale
di Santa Maria Assunta besichtigt. Como ist eine schöne Stadt, die sicher auch einmal einen ausgiebigeren Besuch verdient hätte. |
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Auf unserer Rückfahrt wurde dann während
der Fahrt über den Gotthard-Pass die Akkukapazität unseres
Hybrid-Autos getestet. Die Serpentinen-Strecke steil bergauf mit 1,4
Tonnen im Schlepp ist kein Pappenstiel. Aber: Test bestanden! Wir
wissen nun: Passfahrten sind kein Problem und wir wurden mit tollen
Berg-Panoramen belohnt, viel schöner als die Fahrt durch den Tunnel.
Übernachtungs-Station auf dem Heimweg war schließlich Breisgau-Camping am Silbersee nahe Freiburg. |
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Auch in Mailand hatten wir keine
Fahrräder dabei und haben voll auf den öffentlichen Nahverkehr
gesetzt, was problemlos geklappt hat. Direkt vorm Campingplatz gibt
es eine Bushaltestelle für den Bus zur Metrostation; von da ging es
mit der Metro ins Zentrum. Man hat hier ein vereinfachtes Tarifsystem eingeführt: das 90-Minuten Ticket. Mit einem Ticket kann man in den 3 Tarifzonen rund um die Innenstadt 90 Minuten lang fahren. Unterbrechungen oder Wechsel des Verkehrsmittels innerhalb der 90 Minuten sind kein Problem. Unsere Tochter durfte mit ihren 13 Jahren umsonst fahren. Im Oktober 2022 kostete die 10er-Karte 18 Euro, ein Einzelticket 2 Euro. Tickets sollte man vorab besorgen, denn sie sind nicht im Bus erhältlich sondern in Metro-Stationen und Tabacchi-Läden. |
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Tipps:
YesMilano (offizieller City-Guide der Stadt
Mailand)
Comune di Milano (offizielle Webseite der
Stadt)
Dom von Mailand (Wikipedia)
Dom von Mailand (offizielle Webseite)
Castello Sfrozesco (offizielle Webseite)
Castello Sforzesco (Wikipedia)
Friedenstor (Wikipedia)
Bosco verticale (private Webseite)
San Siro Stadion (offizielle Webseite)
Restaurant Motta Milano 1928 (Facebook)
Teatro alla Scala (offizielle Webseite)
Museo Teatrale alla Scala (offizielle
Webseite)
Como (kommerzielle Webseite)
Dom zu Como (Wikipedia)
Gotthard-Pass (Wikivoyage)
Tickets für den ÖPNV in Mailand
(kommerzielle Webseite)
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