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Guangzhou April 2013

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Im April 2013 habe ich mir einen lang ersehnten Traum erfüllt: Ich flog nach Südost-China, um der Stadt Guangzhou einen Besuch abzustatten.

Wer hier nicht weiterlesen möchte, kann auch jetzt schon das Album anschauen

Guangzhou ist die Hauptstadt der Provinz Guangdong (Kanton), liegt im Perlfluss-Delta nahe bei Hongkong und ist einer der größten Handelsplätze Chinas und demzufolge wenig von Tourismus geprägt; es ist hauptsächlich eine Business-Stadt. Zweimal jährlich im April und November findet die größte Handelsmesse Chinas hier statt, die Guangzhou Trade Fair.
Trotzdem gibt es auch einige durchaus touristisch interessante Örtlichkeiten, wie z.b. verschiedene buddhistische Tempel, Baiyun Mountain, das Kunstmuseum "Chen Academy", Shamian Island, diverse Erholungsparks, Qingping Markt, etc, etc.

Ich hatte das große Glück, ganz privat und höchst ortskundig durch diese interessante Stadt geführt zu werden. So bin ich an Orte gekommen, die Touristen sicher nicht kennen lernen. Außerdem habe ich mich quer durch die Köstlichkeiten der kantonesischen Küche essen dürfen.

Chinesisches Leben ist deutlich lauter als westliches. Besonders in Restaurants herrscht schier unglaubliche Lautstärke. Man sieht oft ganze Familien mit mehreren Generationen, nicht wie bei uns andächtig aufs Essen konzentriert, sondern äußerst lebhaft im Gespräch und außerdem essend.

Viele Geschäfte machen ausgesprochen lautstarke Außenwerbung durch kleine aber leistungsstarke Lautsprecher.
Wenn man dann noch, so wie ich, der Sprache nicht mächtig ist, wird das Ganze leicht etwas kakophonisch.

Trotz aller Lautstärke ist mir das chinesische Alltagsleben sehr angenehm, es hat etwas höchst soziales und freundliches. Einzige Ausnahme: Beim Aussteigen aus Bus oder Metro herrscht ein unglaubliches und rücksichtsloses Gedränge; beim Einstieg dagegen stehen alle diszipliniert in einer Reihe.

Man sieht viele westliche Automarken im Straßenverkehr, interessanterweise auch London Taxis. Seit einiger Zeit schon gehört deren Hersteller zum chinesischen Geely-Konzern.
Viele Dinge des täglichen Bedarfs werden mit Fahrradrikschas transportiert. Diese - auch ältere Modelle - sind zum größten Teil inzwischen elektrisch betrieben. Aufgrund der mit der explodierenden Bevölkerung einhergehenden Luftverschmutzung werden Elektrofahrzeuge massiv durch die Regierung unterstützt.

Jede Busfahrt innerhalb des Stadtgebiets kostet 2 RMB, also etwa 25 Cent. Die Busse sind klapprig, aber durchweg klimatisiert.
Die Fahrweise der Busfahrer ist den Gegebenheiten des Verkehrs angepasst: Kommt eine Fahrradrikscha in die Quere, gibt es durchaus immer mal eine Vollbremsung. Die Passagiere auf den rutschigen Plastiksitzen freuen sich...

Kulinarisch haben wir uns durch die Köstlichkeiten der kantonesischen Küche regelrecht hindurchgearbeitet.
Außer zum Frühstück gab es nie was westliches. Hier eine kleine Auswahl unseres Speiseplans:

Gebratene Austern mit Erdnüssen
Gekochtes Schweineblut
Feuertopf mit Süßkartoffelnudeln
Kandierter Ingwer
Dim Sum
Gefüllte, mit Lotusblättern umwickelte Reisknödel
Geröstete Gans
gebratene Hühnerfüße
schwarze süße Sesamsuppe
frisch gepresster Bambussaft
und viele an der Straße gekaufte Kleinigkeiten, die einem unbekannt erscheinen mögen, aber alle durch die Bank ausgesprochen schmackhaft sind!
Ich muss mir einen Bauchtrainer zulegen...;-)

Außerdem habe ich gelernt, Kuchen, Frikadellen und Spiegeleier mit Stäbchen zu essen. Geht alles!

Wie die Fotos zeigen, haben wir kaum einmal die Sonne gesehen, es war die ganze Zeit über bedeckt und dunstig. Zwar war es meist trocken, von Zeit zu Zeit gab es jedoch heftige Regenschauer und etliche sehr schwere Gewitter. Wir sind nie ohne Schirm ausgegangen. Die Temperaturen bewegten sich zwischen 22 und 28 Grad, die gefühlte Temperatur lag aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit aber um einiges höher. 28 Grad z.B. entsprachen laut Wetterdienst einem "real feel" von 34 Grad. Und kein Lüftchen! Eine ganz schön schweißtreibende Angelegenheit, da wir viel zu Fuß unterwegs waren.
Im September sollen die Temperaturen mehr als 40 Grad erreichen. Das möchte ich mir dann doch lieber nicht vorstellen. November ist der schönste weil trockenste Monat mit dann frühlingshaften bis sommerlichen Temperaturen.
 
Untergebracht waren wir im Rosedale Hotel mitten im Zentrum der Stadt. Das Hotel ist sehr angenehm und mit allen notwendigen Annehmlichkeiten ausgestattet, hat aber wohl schon bessere Zeiten gesehen.
Es gibt ein ausgesprochen reichhaltiges Frühstücksbuffet mit allem was das Herz begehrt, von chinesisch bis europäisch.
Allerdings haben wir dort den schlechtesten Kaffee unseres Lebens getrunken! Trotzdem eine gute Wahl, das Hotel ist komfortabel und absolut zentral gelegen. Eine Metro-Station und mehrere Bus-Stops liegen direkt vor der Haustür.

Gleichzeitig mit unserem Aufenthalt fand die Guangzhou Trade Fair statt. In dieser Zeit verdoppeln alle Hotels die Preise, sodass wir etwa das Gleiche bezahlt haben wie für ein entsprechendes Hotel in Deutschland. Aber kein Grund zur Klage, das ist Jammern auf hohem Niveau.

Das Leben in China ist sehr preiswert. Ich habe - abgesehen von den Hotelkosten - pro Woche umgerechnet etwa 100 Euro ausgegeben für Mahlzeiten, Fahrtkosten, Eintrittspreise und Souvenirs für drei Personen.





Links:

Guangzhou (Wikipedia)
Rosedale Hotel Guangzhou
Baiyun-Berg (White Cloud Mountain)
Grab des Nanyue-Königs
Yuexiu Park
Shamian Island
QingPing Markt
Tempel der sechs Banyan-Bäume
Guangxiao Tempel
Guangdong Folk Art Museum (Chen Clan Academy)


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